|
Wissenswertes über Tabak und dessen Anbau
Der Tabak gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Sein wissenschaftlicher Name - Nicotiana - ist auf Jean Nicot zurück zu führen. Er war französischer Gelehrter und zwischen 1559 und 1561 Gesandter am portugiesischen Hof als er den Tabaksamen an den französischen Hof schickte. In der Folge benannte der französische Botaniker J. Dalechamps 1586 die Pflanze "herba Nicotiana". Die Gattung des Nicotiana unterteilt sich in drei Gruppen: rustica, petunoid und tabacum. Zur Untergattung tabacum gehört auch der kubanische Tabak. Die Pflanze erreicht bis zum Beginn der Ernte eine Höhe von etwa 1,70 m - 1,80 m und bringt zwischen 14 und 18 Blättern hervor, welche in unterschiedlichen Etappen später geerntet werden. Grundsätzlich teilt man die Pflanze in drei Grundblattarten ein:
1. Volado; das sind die unteren Blätter. Sie haben den mildesten Geschmack.
2. Seco; das sind die mittleren Blätter. Sie sind durch einen mittelstarken Geschmack charakterisiert und machen den ertragreichsten Teil der Pflanze aus.
3. Ligero; das sind die oberen Blätter, die den stärksten Geschmack aufweisen.
Die Blätter sind jeweils zu zweien oder dreien auf sechs sogenannten Niveaus angeordnet. Die Niveaus lauten von unten nach oben betrachtet (auf spanisch): Libre de pie, Uno y medio, Centro ligero, Centro fino, Centro gordo und Corona. Die Blätter werden niveauweise im Abstand von ca. einer Woche von unten nach oben gepflückt. Diese Methode ermöglicht es den einzelnen Niveaus, voll zu reifen, bevor sie der Recolector direkt am Stiel sehr vorsichtig abbricht. Man spricht bei der Blatternte von Cortes (Schnitte).
Die Blüte der Pflanze entspringt aus der Endknospe, welche nach einem genauen Terminplan entfernt wird. Dies findet in zwei Phasen statt: Zuerst wird die Pflanze ihrer Blüten "beraubt", die im übrigen bei der Nicotiana tabacum in vielen Abstufungen zwischen weiss und rot variieren kann. In der zweiten Phase werden alle Knospen entfernt, die als Reaktion auf den Wegfall der Blüte neu entstanden sind. So bewirkt man eine Speicherung der Nährstoffe in den Blättern, welche von den Blüten beansprucht worden wären und die Tabakblätter gewinnen hiermit ein intensiveres Aroma. Die Qualität des Tabaks wird natürlich von vielen Faktoren bestimmt. Sie wird aber unter anderem von einer öligen Substanz beeinflusst, welche unter dem Namen Meluza bekannt ist, die auf der Blattoberfläche abgesondert wird. Speziell bei den Havannas werden zwei unterschiedliche Arten der Nicotiana verwendet:
a) die Corojo für die Deckblätter und b) die Criollo für die Umlage- und die Einlageblätter.
|
|